Allgäu und Motorradlärm: „Einfach mal Stopp drücken!“

Bad Hindelang, Bayrischzell, Amorbach, Jochpass, Fränkische Schweiz, Kochel und Walchensee, Balderschwang – das Allgäu setzt auf sanften Tourismus. Allein: Der zunehmende Motorradverkehr und die immer lauter werdenden motorisierten Zweiräder entwerten die Naturlandschaften des Allgäus und Bayerns. Der Bayerische Rundfunk berichtet in der Sendung „Quer“ über ein lautes Thema, bei dem sich immer mehr Kommunen allein gelassen fühlen. Die kann man sich über diesen Link ansehen.

Schöner Nebenkriegschauplatz: Während motorisierte Belästiger scheinbar alles dürfen, dürfen die Gemeinden laut Landratsamt noch nicht einmal ein Lärm-Hinweisschild aufstellen!

Das Allgäu leidet unter Motorradlärm: Hinweisschild in Balderschwang. Der Bayerische Rundfunk berichtet in der Sendung Quer.

Das Allgäu leidet unter Motorradlärm: Hinweisschild in Balderschwang. Der Bayerische Rundfunk berichtet in der Sendung Quer.

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Einführung in die Psychologie des Lärmens / Teil 1

Stellen Sie sich mal vor, Sie sind Motorradfahrer und ihr altes Ding (eine 25 Jahre alte BMW R80 GS) hat sich einen Motorschaden eingefahren. Reparaturkosten nahe an wirtschaftlichem Totalschaden. Die R80 GS ist ein Touren-Motorrad – eines der beliebtesten, das der bayerische Hersteller jemals gebaut hat. Ohne Auspuffklappen, mit Originalauspuff und ohne „Tuningmaßnahmen“ ist sie nur etwas lauter als ein Pkw oder die früheren Polizeimotorräder aus München. Eigentlich ein schönes Motorrad, nur eben kaputt.

Der Gang zum BMW-Händler gipfelt in einer Probefahrt mit der BMW RnineT. Dieses Retro-Motorrad sieht einem klassischen Motorrad ähnlich und ist deshalb so erfolgreich am Markt. Sie hat mehr als doppelt so viel PS wie die R80 GS, das ist der erste Eindruck. Sie hat natürlich auch bessere Bremsen und sie fährt sich sehr schön – bis auf ein entscheidendes Detail. Sie ist unverschämt laut – wg. Klappen. BMW, früher Hersteller müstergültig leiser Zweiräder, hat ganze Lärm-Arbeit geleistet. Der freundliche Händler: „Guter Sound, wa?“ Der potenzielle Kunde: „Gibt’s das denn auch leiser?“ Der Mann mit der Krawatte (BMW Händler sind immer besser angezogen als ihre Kunden) wird sich diesen Tag rot im Kalender anstreichen: „Da kam so ein Idiot, der wollte das Motorrad leiser haben…“

Sieht leiser aus als sie ist: BMW RnineT

Sieht leiser aus als sie ist: BMW RnineT. Quelle: Wikipedia

 

Stellt man die gleiche Frage im Internet (weil sich die Nachbarn beschweren, oder man sich darauf wie ein Proll vorkommt oder weil man ganz egoistisch gesundheitliche Folgen wie einen Tinnitus fürchtet) ist die Reaktion noch eindeutiger als beim BMW Kundenbetreuer (hohe Toleranzschwelle, so lange Idioten Geld bei ihm ausgeben).

Also es gibt tatsächlich einzelne Motorradfahrer, die es nicht so haben mit dem Belästigen. Und es gibt eine Menge, die diese Erstgenannten wirklich für komplette Idioten halten. Einen Ausflug in die Kreise der Freunde der RnineT – Auszüge aus dem BMW Forum zum entsprechenden Modell (seit 2014):

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Schalldämpfer – wie leiser machen ?

Guten Tag,

ja ich weiss, alle schreiben nur darüber wie der Sound noch lauter gemacht werden kann….

ABER, ich bin mal jetzt die Ausnahme und hätte es gerne ein wenig diskreter, sprich leiser.
Im Standgas ist der Sound absolute Spitzenklasse aber beim beschleunigen ist mir das Ding zu laut.

Frage: kann ich den Endschalldämpfer von der R1200R an meine NineT schrauben ?
die Halterung muss ich anpassen. Gibt es sonst technische Limitationen ?

 

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Die erste Antwort (Nick Ratingser) sagt alles:
Ich hab gerade mehrfach nachgeschaut, aber in meinem Kalender ist der 1. April seit 28 Tagen vorbei. Du willst echt den dicken, hässlichen Topf der R daran schrauben?  Wenn es nur dir persönlich zu laut ist: Nimm doch einfach ein paar Gehörschützer (nicht ironisch gemeint).

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„Leis ist Scheiß…

… Jetzt weiß ich warum ich 20 Jahre Italiener gefahren bin (es folgt eine Aufzählung von pupertierenden Zubehörauspuffen) … und mir BMW für Ü-50 vorgenommen habe. Aber dann kam die R90T mit diesem super Seriensound!!! Ihr wollt das Moped doch nicht leiser machen :wand ? Wenn das ein Politiker liest (Öl ins Feuer), dann gibts morgen ein Volksbegehren in der Bildzeitung. Ich seh schon die Überschrift: „Selbst den kindermordenden bösen BMW-Rockern sind die deutschen Lärmschutzrichtlinien zu lasch!“  Als Beilage in der BAMS sind Bumpersticker „Laut ist Out.“
Ist es zu Laut, bist Du zu alt !!! :kruecken

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Der Anfrager im Forum wird prompt für einen Troll gehalten, denn normale Motorradfahrer kennen kein „zu laut“. Im Anschluss folgen acht Seiten Gülle und Zynismus.

Und hier das Statement eines Administrators:

Bei einer normalen Anfrage sollte man eine normale Auskunft erwarten können. Hierbei sollte man aber auch bei heiklen Themen, nicht alles geschriebene auf die Goldwaage legen.. :pfeifen
BMW hat sich mit der nineT weit von dem entfernt was lange Zeit zu den BMW – Tugenden gehörte. Dazu zähle ich auch den satten Sound. Wie käme die nineT daher, wenn sie sich anhören würde wie ein Sack Meerschweinchen :ablachen
Deine Methode mit den Ohrenstöpseln ist eine Möglichkeit den Sound von seinem Gehör fern zuhalten…

In der Folge gibt er Tipps, wie sich mit Zubehörauspuffen anderer Hersteller (die üblicherweise lauter sind als die Originale) möglicherweise etwas Lautstärke gedämmt werden kann…

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Fazit:

Das Lärmen scheint mittlerweile auch bei den Tourenmotorrädern zu den obersten Geboten zu gehören.  Pssst! Nicht zu laut drüber reden, sonst bekommt noch ein Politiker mit, was hier läuft. Die BMW RnineT ist für Motorradfahrer, die andere Menschen nicht belästigen wollen, unkauf- und unfahrbar. Die Zielgruppe stört das natürlich nicht – ganz im Gegenteil – und BMW macht jetzt ein Bombengeschäft auch U50. Natürlich alles ganz legal – der Markt (Anm. der Red: der Belästiger) wünscht das halt so (offizielle Begründung BMW Pressestelle). Übrigens: Wegen der Homologation vor 2016 gelten für dieses Modell bis zum Sankt Nimmerleinstag die alten Zulassungs-Regeln. Zynismus an:  Nicht schlimm, die neuen Zulassungsregeln bringen ja schließlich keine Verbesserung. Höchstens in puncto mehr Lärm…

Und noch ein Zitat zur RnineT (Lärm ist cool):

„Erinnert eher an Harley oder Triumph denn an BMW. Aber genau das will man ja erreichen. Weg vom schnöden Gore-Tex-Ritter mit Klapphelm hin zum coolen Biker.“

Matthias Hirsch: Bikerszene.de
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Lärm im Remstal

Motorradlärm auch in Stetten im Remstal - die Waiblinger Kreiszeitung berichtet.

Motorradlärm auch in Stetten im Remstal – die Waiblinger Kreiszeitung berichtet.

Die mehrfach preisgekrönte Waibilinger Kreiszeitung berichtet über Motorradlärm-Stress in Stetten im Remstal: „Es ist vom Wetter abhängig“, sagt ein Beschwerdeführer, der in der Nachbarschaft wohnt. „Der Krach ist vor allem freitags, samstags, sonntags, aber immer abends. “ Zu diesen Zeiten sind auch mehr Feuerstühle aus der ganzen Region Stuttgart unterwegs. Und: Es sind nicht nur Motorräder, sondern auch die in Stuttgart und Umgebung reichlich vertretene Sportfahrerfraktion auf vier Rädern. Jetzt kommt wieder die alte Litanei: Landratsamt prüft und im besten Fall wird ein weiteres Schild mit einem schlafenden Baby aufgehängt – wie an der Weinstrasse ein paar Ortschaften weiter.

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Parade der „Harley Days“ erreicht Lärmstufe 3

Harley Days in Hamburg: Sound oder Belästigung? Foto: Thomas Panzau Harley Days

Harley Days in Hamburg: Sound oder Belästigung? Pressefoto: Thomas Panzau / Harley Days Hamburg

Hamburger NABU (und der BUND Arbeitskreis Motorradlärm) kritisieren Lärm- und Feinstaubbelastung durch Biker-Event in der Hansestadt: Am vergangenen  Sonntag gipfelte das dreitägige Treffen der Biker-Szene in der Motorradparade, einer über 30 km langen Strecke entlang den Landungsbrücken, der Reeperbahn und der Willy-Brandt-Straße. Genau an diesen zentralen Orten hat der NABU eine Messung durchgeführt, um das Ausmaß der Lärmbelästigung zu erfassen und die damit verbundene Gesundheitsgefährdung zu verdeutlichen.

Es wurde ein durchgehender Lärmteppich von 90 bis 110 dB gemessen, während tausende Harleys und andere Motorräder an der Strecke vorbeirauschten. Zum Vergleich: Bei Lärm ab 85 dB am Arbeitsplatz muss ein Gehörschutz getragen werden, ein Presslufthammer in 10 Meter Entfernung hat einen Lärmpegel von 100 dB. Die gemessene Lautstärke bei der Harley-Parade ist in die Lärmstufe III einzuordnen. Selbst eine kurzfristige Lärmbelastung dieser Stufe kann bereits bleibende Gesundheitsschäden verursachen. Besonders gefährlich ist der – wenn auch kurzfristige – starke Lärm für am Straßenrand stehende Kinder. Solch hohe Lärmemissionen sind verantwortlich für Ohrenschmerzen und langfristige Gehörschäden.

Alexander Porschke, 1. Vorsitzender NABU Hamburg sieht die Großveranstaltung in seiner Stadt als Lärmplage: „Nicht allen, aber dennoch viel zu vielen Motorrad-Fans, ist es wichtig, möglichst lautstark ihre Maschinen vorzuführen. Wir anderen müssen den Lärm, den Gestank und die Gesundheitsgefahren ertragen. Das ist inakzeptabel. Stadtbewohner sind bereits zahlreichen Lärmquellen in Hamburg ausgesetzt: Straßen- und Fluglärm, Hafen- und Schienenlärm. Wenn nun noch am Wochenende Zehntausende röhrende und stinkende Motorräder in die Stadt geholt werden, ist dies eine zusätzliche und völlig unnötige Lärmbelastung. Dies hat rein gar nichts mit Lärmschutz zu tun. “

Die Erfahrung mit den Harley Days der letzten Jahre hat gezeigt, dass zahlreiche Bikes zusätzlich getunet werden, um die Lautstärke noch weiter nach oben zu schrauben. Dazu werden Schalldämpfer manipuliert oder gleich ganz demontiert. Auch so genannte „Burn-Outs“, das Durchdrehen der Räder bei gezogener Bremse, sorgen für erheblichen zusätzlichen Lärm und für Feinstaubbelastung. Die Messung der Feinstaubwerte während der Parade waren ebenfalls extrem hoch. An einer normalen Straßenkreuzung werden durchschnittlich 30.000 – 40.000 Partikel/cm³ gemessen. Die Harleys schafften einen Wert von 220.000 Partikel/cm³.

Lärm stellt eine der größten Umweltbelastung der heutigen Zeit dar und macht nach Studien unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachweislich krank. Durchgehender, aber auch punktueller Lärm führt zu Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Schlafstörungen und sinkender Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. Gerade das sehr sensible Gehör von Kindern, ist bei den Lautstärken, die tausende von Harleys erzeugen, stark gefährdet.

„Kinder lernen nachweislich langsamer lesen, nehmen mehr Medikamente oder leiden häufiger unter Sprachstörungen, je stärker sie Lärmquellen ausgesetzt sind. Weil die gesundheitsgefährlichen Auswirkungen von Lärm, zum Beispiel von Industrieanlagen, erkannt und mit Blick auf den Schutz der Allgemeinheit stark reguliert sind, wundert es besonders, dass bei Spaßveranstaltungen wie dieser offensichtlich alle Augen zugedrückt werden“, stellt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg, fest.

Die Stadt unternimmt nach Einschätzung des NABU insgesamt zu wenig, um ihre Einwohner effektiver vor Lärm und seinen negativen Folgen zu schützen. Fast 140.000 Hamburger Bürgerinnen und Bürger sind tagsüber von übermäßigem Straßenlärm betroffen, nachts immerhin noch 120.000. Dazu kommen weitere rund 50.000 durch Schienen- und 40.000 durch Fluglärm Betroffene.

Seit Januar 2016 ist eine neue EU-Verordnung in Kraft getreten, mit der eine Reduktion von Motorenlärm bei Zweirädern erreicht werden soll. Doch in der Praxis helfen die neuen Regelungen nicht viel. Unter anderem sind Halter älterer Maschinen nicht dazu verpflichtet, ihre Zweiräder nach den neuen Bestimmungen umzurüsten. Und: Leider werden auch schon die neuen Regelungen von Fahrern und Herstellern umgangen, wie die Versuche der Baden-Württembergischen Landesregierung auf dem Flugplatz Lahr zeigten.

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Fernsehen misst nach: Hersteller umgehen Lärm-Norm

Kassensturz im Schweizer Fernsehen: Drei Kilometer schneller als die Norm, vier mal lauter als zulässig. Foto: Screenshot SFR

„Kassensturz“ im Schweizer Fernsehen deckt auf: Drei Kilometer schneller als die Norm, bedeutet vier mal lauter als zulässig. Foto: Screenshot SRF

 

Die Frage muss erlaubt sein: 15 Jahre lang „tüfteln“ „Experten“ an einer neuen Lärm-Norm für Motorräder (und andere Sportfahrzeuge auf öffentlichen Straßen) und alles, was dabei herauskommt, ist eine gigantische Farce. Nichts als  eine Einladung, die Polizei für blöd zu verkaufen und die Politik an der Nase herumzuführen. Die Sendung „Kassensturz“ hat bei deutschen Fahrzeugen nachgemessen. Alles was in Deutschland an Fahrzeugproduzenten Rang und Namen hat schert sich einen Dreck um Lärmemissionen. Es geht um BMW, Mercedes und Ducati (das Motorrad aus dem Hause Volkswagen/Audi). Und es geht um Parallelen zum Abgasskandal, wo eine Norm mittels Zykluserkennung umgangen wird. Das Schweizer Fernsehen SRF zeigt in einem eindrucksvollen Beitrag, wie eine kleine Abweichung von der Norm (ein paar Kilometer schneller in die Prüfstrecke eingefahren) flugs mindestens die doppelte Lautstärke produziert. Zur flatulistischen Freude der sogenannten Sportfahrer, die auf dicke Hose machen. Da taucht doch die Frage auf, warum sich die Normenkommission so eine Norm als „Stand der Technik“ unterjubeln lässt und unter welchen Umständen es zu dieser Lärmschutz-Norm gekommen ist, die in der Praxis keinerlei Aussagewert besitzt?

Das wurde gemessen:

 
Fahrzeug Resultate Normtest Resultate leicht geänderter Test
Mercedes CLA AMG 71,7 dB 82,8 dB (doppelt so laut)
BMW 340i 69,1 dB 92,2 dB (vier mal so laut)
Ducati Panigale S 78,0 dB 91,5 dB (mehr als drei Mal so laut)
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Bi startet Protestmarsch

Schaumburger Nachrichten: Protest der Anwohner gegen Motorradlärm.

Schaumburger Nachrichten: Protest der Anwohner gegen Motorradlärm.

 

 

Kommentar der Redaktion: Kompliment nach Altenhagen. Flagge zeigen, tolle, öffentlichkeitsstarke Aktion!

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Horchpfosten auch im Bergischen Land

Der WDR berichtet auf seiner Homepage über die Hotspots im Bergischen Land. Quelle: Copy Website wdr.de

Der WDR berichtet auf seiner Homepage über die Hotspots im Bergischen Land. Quelle: Copy Website wdr.de

Der WDR berichtet, dass die für das Verkehrsministerium Baden-Württemberg entwickelten Horchpfosten jetzt auch im Bergischen zum Einsatz kommen.  Die Stadt Wermelskirchen will Krachmacher auf zwei Rädern jetzt mit Hilfe einer landesweit neuartigen Technik ausmachen. Die misst – unsichtbar in Leitpfosten versteckt – die Lautstärke der vorbeifahrenden Motorräder. Fakt ist: Das Bergischen Land leidet unter Motorradlärm – viele Anwohnerbeschwerden dokumentieren das. Zitat aus dem Artikel: „Gefühlt wie ein Flugzeug oder tatsächlich so laut? Die Stadt Wermelskirchen will jetzt harte Zahlen: Wie laut sind die Zweiräder, wenn sie durch die Serpentinen brettern? Jetzt horchen die  Mikrophone mit, unsichtbar für die Krachmacher in den schwarz-weißen Straßenpfosten versteckt. Jeweils an zwei Standorten an beliebten Bikerstrecken werden sie aufgestellt. Damit gibt es erstmals realistische Werte.  Außerdem werden auch die Anzahl der Motorräder und die Geschwindigkeiten erfasst. Ein erster Testlauf brachte an einem Feiertag heraus, dass mehr als 800 Biker über die L 101 durch den Ortsteil Limmringhausen wummerten. Höchste gemessene Geschwindigkeit: 120 Stundenkilometer.“ Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse.

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Die Politik sagt immer: „Da kann man nix tun“

Tiroler Tageszeitung: Motorradlärm in den Bergen.

Tiroler Tageszeitung: Motorradlärm in den Bergen.


Tatort Tirol: In den Bergen und Mittelgebirgsregionen wirkt Motorradlärm besonders krass: Kurven und Anstiege bedeuten laustarke Last- und Beschleunigungswechsel, dazu kommen die Schallreflexionen durch die Topographie und die Tatsache, dass hier der „Sound“ dem Erholungsanspruch der Menschen und der Natur am nächsten kommt. Die Tiroler Tageszeitung berichtet über die Lärmseuche.Schön das Zitat von einem Ortsbürgermeister: „Es kann doch nicht sein, dass eine Ducati mit 110 Dezibel durchs Tal brettern kann, nur weil es so im Typenschein steht, und ein Heugebläse, das zweimal im Jahr mit 40 Dezibel läuft, ein Problem darstellt. Wo ist da die Politik? Wer segnet so einen Schwachsinn ab?“ Die Antwort: Die Politik. So kocht man sich ein Normensüppchen: Ein paar Sachverständige hocken ein paar Jahre über einer neuen Norm mit dem Ziel, auf dem Papier zwei Dezibel zu präsentieren, die in Wirklichkeit der Industrie beim Lärmproduzieren dank Techniktricksereien freie Hand lassen. (Industrie = Hauptauftraggeber von Lärmsachverständigen). Und weil die Politik nicht versteht, was sie da absegnet, können die Piloten in Ruhe wieder ein paar Jahre mehr Lärm machen. Noch Fragen? Motorräder und Sportauspuffe (und das ganze andere motorisierte Blechspielzeug für grosse Jungs) wurden in den vergangenen Jahrzehnten doch immer wieder strengeren Auflagen unterworfen. Merken Sie was?

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